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Wer war Leopold Mozart?


Das Augsburger Mozarthaus
Das Augsburger Mozarthaus
Leopold Mozart – der Augsburger
Am 14. November 1719 wurde Leopold Mozart als Sohn eines Buchbindermeisters, dessen Vorfahren bereits seit 1643 in Augsburg ansässig waren, in der heutigen Frauentorstraße 30 (Mozarthaus) geboren und noch am gleichen Tag in der Stiftskirche St. Georg getauft.

1721 zog die Familie in die Jesuitengasse um. Ab 1724 besuchte Leopold zunächst die Vorbereitungsschule, ab 1729 dann das Gymnasium und schließlich, allerdings nur bis zum Tod des Vaters 1736, das Lyceum des Jesuitenkollegs St. Salvator.

Seit dem Beginn der Schulzeit wirkte Leopold auf der Schulbühne als Schauspieler, Sänger und wahrscheinlich auch Instrumentalist mit; als Sängerknabe ist er für die Stiftskirchen von St. Ulrich und Afra und Heilig Kreuz nachweisbar. Weitere Hinweise auf seine musikalische Ausbildung fehlen.

1737 verließ er Augsburg, blieb aber zeitlebens Augsburger Bürger. 1755, 1763, 1766 und 1781 führten ihn Reisen zurück in seine Vaterstadt. Nach seinem Tod am 28. Mai 1787 vermachte die Tochter Maria Anna („Nannerl“) einen Teil seines musikalischen Nachlasses dem Augsburger Kloster Heilig Kreuz.     

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Titelblatt von Leopold Mozarts „Sonate sei“ (Salzburg 1740)
Titelblatt von Leopold Mozarts
„Sonate sei“ (Salzburg 1740)

Leopold Mozart – der Musiker
Nachdem Leopold Mozart, der 1737 an der Salzburger Benediktineruniversität ein Philosophie- und Jurastudium aufgenommen hatte, 1739 wegen Faulheit von der Hochschule verwiesen worden war, trat er, zunächst als Kammerdiener und später als Musiker, in die Dienste des Grafen Johann Baptist von Thurn-Valsassina und Taxis. 1743 wurde er in der Salzburger Hofkapelle vierter Violinist. Ab 1747 erhielt er regelmäßige Einkünfte als Musiker, so dass er sich mit der aus St. Gilgen stammenden Anna Maria Pertl verehelichen konnte; 1763 erreichte er schließlich die Position des Vizekapellmeisters, die er bis zu seinem Tod behielt.

Wenn auch dem Komponisten Leopold Mozart heute oft wenig Wertschätzung entgegengebracht wird – steht seine Musik doch stets im Schatten derjenigen seines Sohnes –, so war er doch mit allen Satztechniken und Formen vertraut, die um die Jahrhundertmitte in Europas führenden Musikzentren ‚en vogue’ waren; er beherrschte sein kompositorisches Handwerk so souverän, dass eine seiner Sinfonien (die so genannte „Neue Lambacher Sinfonie“) geraume Zeit für ein Werk seines Sohnes gehalten wurde.

Unter den rund 250 erhaltenen Kompositionen finden sich außer Messen, kleineren Kirchenmusikwerken und Liedern vor allem Instrumentalwerke; hierzu zählen außer Divertimenti, Konzerten und Klavierwerken nicht weniger als etwa 70 Sinfonien, von denen er seit 1755 einige, vor allem heitere Programmsinfonien, an die Augsburger „Musikausübende Gesellschaft“ (Collegium musicum) lieferte.

Nach dem Bericht seiner Tochter Nannerl stellte er bereits in den frühen 1760er Jahren das Komponieren ein, um sich ganz der musikalischen Erziehung seiner beiden Kinder zu widmen. Die spätesten Kompositionen Leopold Mozarts stammen indessen nachweislich aus den 1770er Jahren.     

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Titelblatt der Erstausgabe von Leopold Mozarts „Violinschule“ (Augsburg 1756)
Titelblatt der Erstausgabe von
Leopold Mozarts „Violinschule“
(Augsburg 1756)

Leopold Mozart – der Lehrer
Ausgestattet mit reichen Erfahrungen als Violinist und seit 1744 auch als Violinlehrer der Chorknaben des erzbischöflichen Kathedraloratoriums in Salzburg, veröffentliche Leopold Mozart 1756, vier Jahre nach der Flötenschule von Johann Joachim Quantz und drei Jahre nach der Klavierschule von Carl Philipp Emanuel Bach, den „Versuch einer gründlichen Violinschule“.

Der mit Leopold befreundete Augsburger Musikverleger Johann Jakob Lotter druckte die Schrift. Sie wurde nicht nur hinsichtlich der violinistischen Ausbildung für lange Zeit zum maßgeblichen Lehrwerk – 1769, 1787 und 1800 erschienen weitere Auflagen –, sondern belegt auch, dass ihr Verfasser mit der Musiktheorie alter und neuer Zeit und mit der klassischen lateinischen Literatur bestens vertraut war. Merkwürdigerweise hat er – von Beispielen in der Violinschule und seinem Erstlingswerk, den 1740 komponierten, selbst gestochenen und ab 1748 von Lotter vertriebenen sechs Triosonaten, abgesehen – selbst keine Kompositionen für Solovioline(n) hinterlassen.

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Leopold Mozart mit seinen Kindern. Kupferstich von Jean-Baptiste Delafosse nach dem Aquarell von Carmontelle (1764)
Leopold Mozart mit seinen Kindern.
Kupferstich von Jean-Baptiste Delafosse
nach dem Aquarell von Carmontelle (1764)

Leopold Mozart – der Vater Wolfgang Amadés
1759 hatte Leopold Mozart für seine 1751 geborene Tochter Maria Anna ein Notenbuch (das so genannte „Nannerl“-Notenbuch) angelegt, nach dem er seit 1760 auch seinen Sohn Wolfgang Amadé unterrichtete.

Für lange Zeit war er der einzige Lehrer seines Sohnes, und bis in die frühen siebziger Jahre findet sich kaum eine Komposition Wolfgangs, in der der Vater nicht zumindest kleine Änderungen oder Ergänzungen vorgenommen hat.

Leopolds Ziel war es, seine beiden Kinder auf den ausgedehnten, von ihm minutiös geplanten Reisen durch Europa einem möglichst erlauchten Publikum zu präsentieren und dem Sohn die Anerkennung als ein „göttliches Wunder“ zu sichern. In diesem Zusammenhang betrieb er eine ganz bewusst propagandistisch-manipulativ eingesetzte Informationspolitik.

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Leopold Mozart. Ölbildnis wahrscheinlich von Pietro Antonio Lorenzoni (um 1765)
Leopold Mozart. Ölbildnis wahrscheinlich von Pietro Antonio Lorenzoni (um 1765)

Leopold Mozart – der aufklärerische Gelehrte und Literat
Leopold Mozart zeichnete sich – auch gegenüber der Obrigkeit – durch eine kritische Grundhaltung aus. Seine umfassende Bildung erwarb er sich im Jesuitenkolleg von St. Salvator und im höfischen Umfeld, das ihn beruflich und auf den Reisen mit seinen Kindern umgab; er stand in Kontakt mit den führenden Köpfen der Zeit und rezipierte intensiv die zeitgenössische Literatur (so bewunderte er Johann Christoph Gottsched, war mit Christoph Martin Wieland befreundet und korrespondierte mit Christian Fürchtegott Gellert).

Die brieflichen Berichte, die Leopold Mozart während der Reisen 1763-1766 verfasste, lassen außerdem brillante schriftstellerische Qualitäten erkennen. Seine Zeitgenossen lobten an ihm außer Bildung und Weltgewandtheit Geist, Feinsinnigkeit, Witz und Klugheit.

1755 wurde er von Lorenz Mizler zur Aufnahme in die berühmte Leipziger „Societät der musikalischen Wissenschaften“ vorgeschlagen.

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